ARCUS Kliniken Pforzheim

Auskugelung der Schulter (Schulterluxation)

Auskugelung der Schulter (Schulterluxation)

Ursachen

Das Schultergelenk besteht aus einem Oberarmkopf und der Gelenkpfanne. Die Stabilisierung des Gelenkes erfolgt durch die Gelenkkapsel, Sehnen und Muskeln sowie einem knorpeligen Ring, den man als Labrum bezeichnet, der die Gelenkpfanne umgibt. Die Ursachen von Luxationen des Schultergelenkes können anlagebedingt sein (z.B. zu große Kapsel, schlaffer Bandapparat) oder sie sind Folgen von Verletzungen. Verletzungen der Schulter können zum Abriss des Labrums, der Kapsel oder auch zu einem Abbruch eines Teiles der Gelenkpfanne führen. Dadurch kann die Stabilität des Schultergelenkes derart beeinträchtigt sein, dass wiederholte Luxationen des Gelenkes auftreten oder dass eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung verbleibt.

Diagnostik

Die Untersuchung und Befragung des Patienten ergibt bereits in den meisten Fällen den entscheidenden Hinweis, ob das Schultergelenk instabil und durch weitere Luxationen gefährdet ist. Knöcherne Verletzungen müssen grundsätzlich durch entsprechende Röntgenbilder ausgeschlossen werden. Beim jüngeren Patienten bis zum 30.-40.Lj. tritt besonders häufig ein Abriss des Labrums auf. Dies kann durch eine sonographische oder kernspintomographische Untersuchung nachgewiesen werden. Beim über 40-jährigen Patienten treten bevorzugt Verletzungen der das Schultergelenk umgebenden Sehnen auf, die ebenfalls durch die Sonographie oder Kernspintomographie nachgewiesen werden können.

Abriss des vorderen Labrums von der Gelenkpfanne und Delle im Oberarmknochen nach Luxation

Behandlung

Anlagebedingte Luxationen werden zunächst durch ein Muskelaufbautraining behandelt, um dadurch das Gelenk zu stabilisieren. Sofern nach mindestens 1-jährigem konsequentem Muskeltraining weiterhin eine Luxationsneigung besteht, ist ggf. die operative Therapie erforderlich. Bei Luxationen, die nach Verletzungen des Schultergelenkes auftreten wird beim jungen, sportlich und beruflich aktiven Patienten in den meisten Fällen nach entsprechender Diagnostik mit Nachweis eines Abrisses des Labrums oder knöcherner Verletzungen die operative Therapie bevorzugt. Beim älteren Patienten kann meistens zunächst abgewartet und versucht werden, das Gelenk durch vorübergehende Ruhigstellung und anschließendes Muskeltraining zu stabilisieren, sofern eine Verletzung der Sehnen ausgeschlossen wurde. Prinzipiell muss die Therapieplanung für jeden Patienten individuell erfolgen.

Operative Stabilisierung der Schulter

Bei der Operation wird zunächst eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt um den Schaden des Gelenkes genau beurteilen zu können. Das weitere Vorgehen ist abhängig von den Verletzungen, die bei der Arthroskopie zu erkennen sind. In den meisten Fällen kann die Stabilisierung arthroskopisch erfolgen. Nur in sehr seltenen Fällen mit erheblichen Schäden des Labrums und des Kapsel-Band-Apparates ist die offene Stabilisierung durch einen ca. 6 cm langen Hautschnitt an der Vorderseite des Schultergelenkes erforderlich. Prinzip der Operation ist, das abgerissene Labrum wieder am Rand der Gelenkpfanne zu fixieren. Dies wird durch kleine Kunststoffdübel erreicht. Zusätzlich kann bei der offenen Operation noch die Gelenkkapsel gerafft und verstärkt werden. Sofern größere knöcherne Verletzungen am Pfannenrand vorliegen, ist zusätzlich die Anschraubung eines Knochenstückes, das vom Beckenkamm entnommen wird, erforderlich.

Fäden und Dübel zur Refixierung des Labrums
Vollständig wieder fixiertes Labrum

Nachbehandlung

Nach der Operation ist ein stationärer Aufenthalt von 2 Tagen erforderlich. Um erneute Luxationen des Schultergelenks zu vermeiden, ist eine spezielle Nachbehandlung erforderlich. Es muss für 3 Wochen konsequent eine Schulterschlinge getragen werden, anschließend darf für weitere 3 Wochen der Arm nur eingeschränkt bewegt werden. Hierzu erhalten Sie ein spezielles Nachbehandlungsprogramm von Ihrem Stationsarzt ausgehändigt. Ein spezielles Muskeltraining sowie die Vermeidung von Überkopf- und Kontaktsportarten ist für etwa 6 Monate erforderlich.

Ergebnisse und Risiken

Bei 90-95% der Patienten kann durch die Operation die Stabilität des Schultergelenkes wiederhergestellt werden. In seltenen Fällen verbleibt eine Einschränkung der Außendrehbewegung des Armes infolge der Raffung der Gelenkkapsel. Operationsbedingte Komplikationen wie Infektion, Nerven- und Gefäßverletzungen sind selten.

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Spezialisierung: Arthrose, Bänderriss, Hüftarthrose, Hüftschmerzen, Kniearthrose, Knieschmerzen, Knorpelschaden, Sportverletzungen und Sportmedizin.

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