Achillessehnenriss
(Achillessehnenruptur)
Die Inzidenz von Achillessehnenverletzungen ist in der letzten Dekade deutlich angestiegen. Insbesondere technische Präzisierungen im Bereich der Kernspin- und Ultraschalldiagnostik haben zu einer verbesserten Darstellung der Rupturmorphologie geführt. Funktionell resultiert die Ruptur der Achillessehne, deren Prädilektionsalter zwischen 30-45 Jahren liegt, in einer defizitären aktiven Plantarflexion.
Rupturmechanismen sind zumeist das plötzliche Abstoßen des plantarflektierten Fußes bei gleichzeitiger Streckung im Kniegelenk sowie eine unerwartete maximale Dorsalflexion im oberen Sprunggelenk. Die Wertigkeit einer vorbestehenden degenerativen Tendinopathie als Risikofaktor der Achillessehnenruptur konnte noch nicht vollständig geklärt werden. Diagnostisch wegweisend sind neben einer tastbaren Delle der negative Thompson-Test sowie der sonografische und kernspintomografische Rupturnachweis. Entscheidendes Kriterium zur Therapiewahl stellt die sonografisch messbare Adaptation der Sehnenstümpfe bei Plantarflexion dar. Wird eine komplette Adaptation der Stümpfe erreicht, zeigen konservative und operative Therapieverfahren vergleichbare Ergebnisse. Bei ausgedehnten Rupturen und sportlicher Ambitionen wird die operative Naht allgemein empfohlen. Als ausschlaggebender Faktor des Therapieerfolges und zur Verkürzung der Rehabilitationsphase hat sich die frühfunktionelle Behandlung in einem Spezialschuh erwiesen. Bei einem relativ geringen Rerupturrisiko von 1-2 % wird mit beiden Behandlungsalgorithmen bei etwa 30 % der Patienten langfristig eine Kraftminderung der aktiven Plantarflexion beobachtet.





