Langzeit-Ergebnisse nach All-Inside-Meniskusnaht mittels FasT-FixTM-System

Long-term outcome after all inside meniscal repair using the FasT-Fix system - Journal of Orthopaedics 6/2018

Long-term outcome after all inside meniscal repair using the FasT-Fix system – Journal of Orthopaedics 6/2018

In der aktuellen Ausgabe des Journal of Orthopaedics (6/2018) veröffentlichte das Expertenteam um Dr. med. Christian Sobau, Dr. med. Rainer Nietschke, Dr. med. Marco Schneider, Dr. med. Andre Ellermann zusammen mit Erstautor Dr. med. Alexander Zimmerer einen wissenschaftlichen Artikel zum Thema „Meniskusnaht mittels FasT-Fix System“

Die Studie zielt darauf ab, die Langzeit-Ergebnisse der Meniskusrefixation mittels FasT-Fix System nach einer Dauer von mindestens 12 Jahren zu bewerten. Die Rekonstruktion des Meniskus wurde rein arthroskopisch durchgeführt.

Den vollständigen Artikel können Sie hier downloaden.

Zusammenfassung

Hintergrund
Operationen im Bereich des Meniskus zählen zu den am häufigsten durchgeführten orthopädischen Prozeduren. Aufgrund der chondroprotektiven Wirkung sollte ein Meniskuserhalt wann immer möglich angestrebt werden. Hierzu sind in der Literatur verschiedene Nahttechniken beschrieben: outside-in, inside-out und all-inside. Zu den all-inside Nahtsystemen zählt das FastFixTM-System von Smith&Nephew.

Zielsetzung
Ziel der Studie war es, das Ergebnis nach Meniskusnaht mittels FastFixTM nach einem Follow-Up von mindestens 12 Jahren zu ermitteln. Zusätzlich untersuchten wir, ob es Unterschiede zwischen isolierten Meniskusrissen (Gruppe I) oder mehrfach verletzten Kniegelenken (Gruppe K) gab.

Methodik
Es wurden Patienten analysiert, die im Zeitraum von 2001 bis 2003 eine all-inside Meniskusnaht mittels FastFixTM erhielten. Es konnte ein Follow-Up von über 12 Jahren (Nachuntersuchungszeitraum 136 – 171 Monaten) erreicht werden. Ein Therapieversagen wurde als eine nochmalige chirurgische Intervention im Bereich desselben Meniskus definiert 7,8. Darüber hinaus wurde das funktionelle Ergebnis mittels KOOS und Tegner Activity Score (TAS) ausgewertet.

Ergebnisse
Im besagten Zeitraum wurden 325 Meniskusnähte mit FastFixTM durchgeführt. Nach einem FU von Ø 155 Monaten konnten 63 Patienten eingeschlossen werden (2 x verstorben, 2 x verweigert, 90 x verzogen, 168 x ausstehende Antworten).
Das Geschlechterverhältnisse lag bei: ♂:♀= 40:23.
Das Ø Alter zum OP-Zeitpunkt lag bei 29 Jahren.
Der Ø BMI zum OP-Zeitpunkt lag bei 23,76 kg/m².
Bei 66% lag ein Innen- und 34% ein Außenmeniskusriss vor.

51 Patienten (81%) hatten eine kombinierte Verletzung: 49 x VKB Rupturen, 1x Knorpelläsion, 1 x zusätzlich AM-Läsion.

Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung war bei 17 von 63 Patienten (27 %) eine weitere Operation im Bereich des refixierten Meniskus durchgeführt worden.

Bei 8 Patienten war dies innerhalb der ersten 2 Jahre nach Index-Operation notwendig. Es gab kein Unterschied zwischen der isolierten (4 von 12) und kombinierten Gruppe (13 von 51) (p=0,582) bezüglich der Versagensrate.

Insgesamt zeigte sich ein mittlerer TAS von 5,57 und funktionelle KOOS Scores von: 91,35 für Schmerz; 86,56 für Symptome; 94,65 für Aktivitäten des täglichen Lebens; 80,34 für Sport und Freizeit; 77,28 für Lebensqualität.
Vergleicht man beide Gruppen, so ergaben sich keine Unterschiede bezüglich des TAS (5,75 Gruppe I; 5,53 Gruppe K; p=0,534). Nur ein Subscore des KOOS zeigte keinen signifikanten Unterschied: 97,09 (Gruppe I) vs. 94,48 (Gruppe K) für Aktivitäten des täglichen Lebens (p=0,3165). Alle anderen Subscores zeigten signifikante Unterschiede: 96,91 vs. 90,53 für Schmerzen (p=0,002); 94,27 vs. 85,75 für Symptome (p=0,003); 90,45 vs. 80,14 für Sport und Freizeit (p=0.016); 88,73 vs. 75,44 für Lebensqualität (p=0,012). (Abb1).

Abbi. 1: Ergebnisse des KOOS und TAS im Vergleich isolierter mit kombinierter Meniskusverletzung

Abbi. 1: Ergebnisse des KOOS und TAS im Vergleich isolierter mit kombinierter Meniskusverletzung

 

 

 

 

 

 

Fazit
Nach einem FU von 12 Jahren lag die Erfolgsrate bei 73 %.  Funktionelle Scores zeigten in vier Subscores des KOOS (Schmerzen, Symptome, Sport und Freizeit und Lebensqualität) einen signifikanten Unterschied zugunsten der isolierten Verletzung. Im Gegensatz zu diesen Ergebnissen fand sich kein Unterschied im TAS.

Literatur

  1. Garrett WE. et al., J Bone Joint Surg Am 2006 88(3):660-7 2. Lutz C. et al. Orthop Traumatol Surg Res. 2015 Dec;101(8 Suppl):S327-31
  2. Xu C. et al. Knee Surg. Sports. Traumatol. Arthrosc. 2015 Jan;23(1):164-70
  3. Henning CE. Orthopedics. 1983 6:1130-1132
  4. Warren RF. Arthroscopy. 1985 1(3):170-172
  5. Haas Al et al. Arthroscopy. 2005 21(2):167-175
  6. Lozano J. et al. Clin Orthop Relat Res. 2007 Feb.455:134-41
  7. Noyes FR et al. J Bone Joint Surg Am. 2010 92(4):1012-1029
  8. Noyes FR et al. J Bone Joint Surg Am. 2010 92(4):1012-1029

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