Ellenbogenluxationsfraktur

Ursache

Die Ellenbogenluxationsfraktur ist die komplexeste Verletzung des Ellenbogens. Sie stellt eine Kombination aus einer Verletzung der knöchernen Gelenkpartner und einer weichteiligen Zerreißung der stabilisierenden Bänder und Sehnen dar. Dementsprechend muss im Rahmen der OP beides versorgt werden.

Symptome

Es bestehen Schmerzen und Schwellung sowie meist eine Bewegungseinschränkung und Fehlstellung des Ellenbogens.

Diagnostik

Es erfolgt zunächst ein Röntgen des Ellenbogens und dann in aller Regel die Reposition (Einrenkung) unter Kurznarkose oder die direkte operative Versorgung im OP nach einer zusätzlich durchgeführten CT Untersuchung zur Beurteilung der Verletzungsschwere und Planung des operativen Vorgehens. In seltenen Fällen ist zur Beantwortung spezieller Fragestellungen auch ein MRT erforderlich.

Konservative Therapie

In sehr seltenen Fällen ist bei nicht verschobenen Ellenbogenluxationsfrakturen eine konservative Therapie möglich. Hier erfolgt nach kurzfristiger Ruhigstellung in einer Gipsschiene und Röntgenkontrollen nach etwa einer Woche die Anlage einer beweglichen Schiene, um ein Einsteifen des Gelenks zu verhindern. Ellenbogenluxationsfrakturen müssen im Rahmen einer konservativen Behandlung engmaschig kontrolliert werden, da sie ein hohes Risiko haben einzusteifen oder dass sich die Brüche verschieben und das Gelenk wieder auskugelt.

Operative Therapie

In den meisten Fällen ist eine operative Therapie notwendig. Hierbei muss zunächst der Bruch entweder mit Schrauben oder mit Platten in der korrekten Stellung gehalten werden, dann werden die jeweiligen zerrissenen Seitenbänder und Sehnen wieder hergestellt (siehe traumatische Seitenbandruptur). Durch die hohe Krafteinwirkung in der Unfallsekunde zersplittert der Radiuskopf oft in mehrere Teile und muss zur Wiederherstellung eines stabilen Gelenkes prothetisch ersetzt werden. Auch hier muss beachtet werden, dass der Arm 6 Wochen nicht belastet werden darf, um die Knochen- und Bandheilung zu ermöglichen. Die Bewegungstherapie des Ellenbogens durch den Physiotherapeuten und den Patienten ist nach Luxationsfrakturen aber besonders wichtig, um ein Einsteifen zu verhindern. Um die reparierten Seitenbänder zu schützen, wird eine bewegliche Schiene/Orthese für 6 Wochen angelegt. In seltenen Fällen ist die Instabilität des Gelenkes trotz operativer Versorgung so ausgeprägt, dass die Rekonstruktion des Knochens und der Weichteile durch die Anlage eines Bewegungsfixateurs geschützt werden muss. Dieser spezielle Fixateur erlaubt dem Patienten bei maximaler Stabilität das stetige Üben der Beweglichkeit im vollen Umfang. Das Risiko einer erneuten Auskugelung oder einer Verschiebung der rekonstruierten Frakturen ist dadurch deutlich reduziert. Nach 6 Wochen wird so ein Bewegungsfixateur in aller Regel in der Sprechstunde wieder entfernt. Eine Narkose ist dazu nicht nötig.