Oberarmbruch: OP der Humerusfraktur und Humeruskopffraktur

OP-Methoden

Mit Hilfe der Röntgen- und ggf. CT-Aufnahmen kann entschieden werden, ob eine Operation erforderlich ist. Stark verschobene Brüche werden operiert, da es ohne Operation zu einer falschen oder fehlenden Ausheilung kommt, die mit anhaltenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sowie erhöhtem Arthroserisiko einhergeht. Nicht wesentlich verschobene Brüche können durch eine vorübergehende Ruhigstellung und anschließende Krankengymnastik behandelt werden. Die Technik der Operation hängt von der Bruchform ab. Ist lediglich ein Knochenstück abgesprengt, genügt meistens die Stabilisierung mit Schrauben oder auch sogenannten Nahtankern. Kompliziertere Brüche mit 3 oder 4 Knochenstücken erfordern die Stabilisierung mit Nägeln oder Platten, bei Trümmerbrüchen und schlechter Knochenqualität (z. B. durch Osteoporose) ist eventu- ell der Ersatz des Kopfes durch eine Prothese erforderlich. Wir bevorzugen bei komplizierten Brüchen die Stabilisierung mit einer Platte. Bei der Operation werden die Bruch- stücke zunächst wieder in die richtige Stellung gebracht. Hierzu wird die Haut über dem Bruch auf einer Länge von ca. 15 cm geöffnet. Die Stabilisierung der Bruchenden erfolgt durch eine Metall- bzw. Titanplatte und Schrauben.

Nachbehandlung

Nach der Operation sollte der Arm je nach Stabilität der Fixierung für zwei bis sechs Wochen in einer Schlinge entlastet werden. Dadurch werden Sie weniger Schmerzen haben und die Wunde kann in Ruhe abheilen. Bereits am 2. Tag nach der Operation kann die Schulter aus der Schlinge heraus bewegt werden. Entsprechende Übungen wird Ihnen Ihr Physiotherapeut zeigen. Begleitend kann ein Schulterstuhl eingesetzt werden. Etwa nach 4-5 Tagen können Sie die Klinik verlassen. Nach drei bis sechs Wochen kann die Schlinge abgelegt und der Arm ohne Gewichte bewegt werden. Die meisten Brüche sind nach 12-16 Wochen stabil ausgeheilt. Die Platte sollte wenn gewünscht nicht vor Ablauf des ersten Jahres nach der Operation entfernt werden. Komplikationen wie Infektionen, Ausbleiben der Frakturheilung (Pseudarthrose) oder ein erneuter Bruch nach der Plattenentfernung sind selten. Typisch für Oberarmkopffrakturen ist, dass bei etwa einem Drittel der Patienten trotz korrekter Stabilisierung anhaltende Beschwerden beim Liegen auf der Schulter und beim Abspreizen des Armes bestehen bleiben können. Ebenfalls häufiger treten Bewegungseinschränkungen auf, die das Abspreizen sowie das Außendrehen des Armes betreffen können.