ARCUS Kliniken Pforzheim

Schienbeinkopfbruch (Tibiakopffraktur)

Schienbeinkopfbruch (Tibiakopffraktur)

Unfallmechanismus

Einem Bruch des Schienbeinkopfes geht häufig ein direkter Sturz auf das gestreckte Bein, manchmal auch nur aus geringer Höhe, beim Herunterspringen von einer Stufe voraus. Auch bei Stürzen aus größerer Höhe auf das Kniegelenk oder auch im Rahmen von Verkehrsunfällen, zum Beispiel beim Anprall der Kniescheibe am Armaturenbrett, sind diese Brüche häufig.

Hinzukommt bei älteren Patienten die Minderung der Knochenfestigkeit (Osteoporose), welche die dünnere Außenseite des Schienbeinkopfes besonders anfällig für Knochenbrüche macht.

Typische Beschwerden

Häufig sind Schmerzen, Schwellung, sowie Blutergüsse im Knie und Unterschenkelbereich. Das Bein kann meistens nicht mehr belastet werden. Auch Instabilitätsgefühle können auftreten, wenn Bänder des Kniegelenks mitverletzt sind.

Seltener sind offene Brüche, bei denen die Haut eröffnet ist und somit eine direkte Verbindung in das Kniegelenk besteht. Dies stellt einen Notfall dar, welcher sofort operiert werden muss, um einer Gelenkinfektion durch eindringende Bakterien vorzubeugen.

Diagnostik

Bei Verdacht auf einen Bruch des Schienbeinkopfes wird zuerst ein Röntgenbild in 2 Ebenen angefertigt. Dies gibt Auskunft über die grobe Verletzungsform. Hinzukommt eine genaue Untersuchung der Stabilität des Kniegelenkes, da Bänderriße schwerwiegende Komplikationen darstellen und miterfasst werden müssen.

Meistens ist anschließend eine Computertomografie (CT) zur exakten Beurteilung der knöchernen Verletzung und zur genauen Diagnostik der Bandverletzungen eine Kernspintomografie (MRT) erforderlich. 

Bruchformen

Es werden verschiedene Bruchformen unterschieden. Im Wesentlichen sind dies Brüche der Gelenkfläche, welche nur Teile oder den gesamten Schienbeinkopf betreffen können.

Die möglichen Frakturtypen sind vielfältig und werden durch zusätzliche Bänderrisse im Kniegelenk noch weiter eingeteilt.

Es werden Impressions- und Spaltbrüche der Gelenkfläche unterschieden.

Der überwiegende Teil der Brüche bringt eine Verletzung des Gelenkknorpels mit sich welcher wiederhergestellt werden muss.

Die genaue Klassifizierung ist wichtig für die weitere Versorgung.

Einteilung der Schienbeinkopfbrüche
komplizierter Bruch des außenseitigen Schienbeinkopfes

Therapie

Diese hängt entscheidend von der Bruchform ab. Bei den meisten Brüchen wird heutzutage eine operative Therapie bevorzugt, um die zügige Mobilisation wiederherzustellen und mehrwöchige Schienenanlage zu vermeiden. 

Eine stufenfreie Wiederherstellung der knorpeligen Gelenkfläche zur Vermeidung einer Arthrose muss so exakt wie möglich gewährleistet sein.

Dies macht manchmal ein offenes Verfahren bei Trümmerbrüchen notwendig.

Kleinere, unverschobene Brüche können auch minimalinvasiv und gewebeschonend stabilisiert werden.

Zusätzliche Bänderrisse können entweder in gleicher Sitzung mitversorgt, oder teilweise bei komplizierteren Verletzungen eine spätere, zweite Operation notwendig machen.

Manchmal reicht eine operative Versorgung des Knochenbruches aus und die Bandverletzung kann im Weiteren konservativ versorgt werden.

Für die operative Versorgung stehen dem Chirurgen verschiedene Stabilisationsverfahren mit Platten und Schrauben zur Verfügung. Ggf. ist eine weitere Operation nach Ausheilung zur Metallentfernung notwendig.

Die konservative Therapie ist bei unverschobenen Brüchen möglich, ist jedoch langwierig und benötigt eine mit Schienenanlage und Entlastung an Unterarmgehstützen von ca. 8 Wochen.

Dabei wird Krankengymnastik und Thromboseschutz für die Zeit der Schienenbehandlung notwendig.

Möglichkeiten der operativen Versorgung:

Kombiniertes Verfahren mit Platte und Draht

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Spezialisierung: Arthrose, Bänderriss, Hüftarthrose, Hüftschmerzen, Kniearthrose, Knieschmerzen, Knorpelschaden, Sportverletzungen und Sportmedizin.

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